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Aufnahme

Zunächst beantragen Sie mit Hilfe Ihrer Suchtberatungsstelle oder der Entgiftungseinrichtung eine Kostenübernahme (DRV, Krankenkassen, KSV oder Sozialamt).

Wenn Sie sich für unsere Einrichtung entschieden haben, bewerben Sie sich bei uns. Begründen Sie, was Sie motiviert eine Therapie machen zu wollen und senden uns Ihren Lebens- und Suchtverlauf. Dann vereinbaren wir ein persönliches Vorstellungsgespräch. Sie kommen freiwillig in die Therapie, um aus der Sucht herauszukommen.

Das gilt auch, wenn Sie über §35 BtMG „Therapie statt Strafe“ machen oder die Therapie als „Bewährungsauflage“ haben. Falls noch strafrechtliche Verfahren anstehen, sollten Sie uns davon in Kenntnis setzen. Wenn Sie noch minderjährig sind, müssen ihre Eltern (oder Erziehungsberechtigte) schriftlich in ihre Therapie einwilligen. Eine Aufnahme ist möglich, wenn Sie „clean“ und „trocken“ sind und/oder eine Entgiftungsbehandlung regulär abgeschlossen haben.

Therapie

Ihre Therapie wird einen individuellen, auf Sie zugeschnittenen Verlauf nehmen. Gemeinsam mit Ihren Bezugstherapeuten, den Ärzten und den Mitarbeitern des gesamten Betreuungsteams wird für Sie und mit Ihnen ein individueller Therapieplan erstellt, der immer wieder überprüft wird und Ihrem Therapieverlauf entspricht. Die Regelbehandlungsdauer beträgt 24 Wochen. In dieser Zeit gehen Sie durch mehrere Therapiephasen:
  • Eingewöhnungsphase
  • Durcharbeitungsphase
  • Außenorientierung

Wir sind ein Team unterschiedliche Berufsgruppen: Ärzte, Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Sporttherapeut, Gesundheits- und Krankenpfleger, Arbeits- und Ergotherapeuten, Diätassistentin und Verwaltungsmitarbeiter.

Alle gemeinsam wollen wir Ihnen bei der Überwindung Ihrer Suchterkrankung helfen. Wir wissen, dass das funktionieren kann, weil unsere Arbeit auf vielen Vorerfahrungen aufgebaut ist.

Therapiephasen

Die Eingewöhnungsphase ist die härteste aber auch die chancenreichste − es geht um SIE! Keine Ablenkung mehr! Keine Kontakte nach draußen! Sie konzentrieren sich auf sich und Ihre Therapieziele (Kontaktsperre). Sie beginnen sich selbst auch in dieser schwierigen Phase kennen zu lernen, lernen die Regeln, erfahren das Gemeinschaftsleben. Musikhören, Rauchen und Kaffeetrinken? Ja, aber nicht immer und überall!

Sie beginnen zu begreifen, worauf Sie bei sich selbst achten müssen, um sich nicht zu gefährden.

In der Durcharbeitungsphase ihrer Therapie sind Kontakte (Cleankontakte) wieder möglich. Das, was Sie inzwischen gelernt haben, bauen Sie weiter aus. Sie übernehmen für sich und andere Verantwortung, vertiefen alles, was Sie über Suchtverhalten gelernt haben. Sie üben sich weiter, neues Verhalten zu erproben, sprechen über Ihre Erfahrungen und werden mehr und mehr stabiler und sicherer. Sie merken, dass Sie Probleme bewältigen können, und das fühlbar echt und alles ohne Drogen!

Außenorientierung
Ein Leben ohne Drogen ist für Sie keine Theorie mehr, Sie wollen und können es. Sie orientieren sich nun wieder nach außen, besuchen (cleane) Leute, Freunde und Angehörige und erfahren, was Ihnen schon gut gelingt und wo Sie noch an sich arbeiten müssen.

Wir bereiten gemeinsam mit Ihnen Ihre Entlassung und das was nach der Therapie für Sie angesagt ist, vor.

In dieser Phase sollten Sie mit Ihren Therapeuten herausfinden, welche Hilfe Sie für die Eingliederung ins Berufsleben, in eine Ausbildung oder in eine schulische Weiterbildung benötigen.

Regeln

Es gibt Regeln, die Ihnen am Anfang ohne Zweifel hart erscheinen werden. Die Regeln sollen Ihnen helfen, Ihre innere Struktur wieder zu stabilisieren und das Zusammenleben in den sozialtherapeutischen Wohngruppen für alle nutzbringend zu gestalten. Die Regeln gelten für alle, so fällt es Ihnen leichter, sich darauf einlassen zu können. Dennoch ist jeder Einzelne unterschiedlich.

Freizeitgestaltung

Ihre Freizeitgestaltung war im Wesentlichen von Drogenbeschaffung und -konsum gekennzeichnet. Deshalb möchten wir Ihnen Impulse geben, um eigene Interessen und Fähigkeiten zu erkennen oder wieder zu entdecken.

Der Medienkonsum (Fernsehen, Radio) ist eingeschränkt erlaubt. An mindestens zwei Abenden in der Woche findet ein Spieleabend statt. Neben der Stärkung der sozialen Kontakte in der Gruppe werden auch das Allgemeinwissen, die Merkfähigkeit oder das logisch-strategische Denken ganz nebenbei erweitert und gefördert. Zahlreiche sportliche Angebote, die im Fitnessraum, in den Tischtennisräumen oder auf dem Außengelände stattfinden, ergänzen das Freizeitprogramm. Möglich sind Fußball, Tischtennis, Fitnesstraining, Jogging (z.B. Laufgruppen) und andere ähnliche sportliche Aktivitäten. Einmal monatlich, am Wochenende, führt die Gruppe einen Projekttag durch. Möglich sind zum Beispiel Wanderungen in die nähere Umgebung, kreative Gestaltung des Wohnraumes je nach Jahreszeit und vieles mehr. Die Auseinandersetzung mit dem Naturschutz, Tier- und Pflanzenkunde der Umgebung kann dabei gefördert werden. Dabei spielen auch Beobachtung, Genuss und Entspannung in der Natur eine wichtige Rolle. Fotografieren, Malen in der Natur, Verarbeitung von Naturmaterialien z.B. Schnitzen etc. sind weitere Möglichkeiten. In der letzten Phase Ihrer Therapie können Sie im Rahmen einer Exkursion die unmittelbare Umgebung der Städte Weinböhla oder Dresden selbst erkunden. Zu ihrer Planung stehen Informationshefter und Wanderkarten zur Verfügung.

Miteinander

Sie wohnen, leben und arbeiten dann in unserer Klinik in einer kleinen Gruppe, der sozialtherapeutischen Wohngruppe von 8 Patienten im Alter von 16 bis 40 Jahren, die gemeinsam mit Ihnen den Ausstieg schaffen wollen.

Wir wollen Sie unterstützen Interesse zu entwickeln, sich selbst besser kennen zu lernen.

Sie sollten Ihre Fähigkeiten und Ihre guten Seiten kennen oder kennen lernen. Auch die Seiten und Erfahrungen, die maßgeblich an Ihrer Suchterkrankung beteiligt sind sollten sie erkennen und Sie haben die Chance mit Unterstützung etwas zu ändern.

Ansprechpartner
Sven Kaanen
Chefarzt

Heidehof 1
01689 Weinböhla

Telefon Tel. 035243 43111

Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Infoflyer:

PDF Flyer Rehaklinik "Haus Gohrisch"